antholoG!ie

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Ein magischer Sommer

Am schönsten Strand in Kalifornien, wo die Schönheit nie verblassen würde, saß ein dreizehnjähriges Mädchen. Ihr Name war Isabel. Isabel war gerade dabei, aufs große weite Meer zu schauen, damit ihr Kummer sich endlich legte. Vor sechs Monaten wurde ihr bester Freund Lolli von einem Auto angefahren. Das war ihr Hund, ihr bester Freund. Es war schon lange her, aber es tat immer noch sehr weh. Die Verletzung nach dem Unfall war zu groß und letztendlich haben die Ärzte ihr Bestes gegeben, doch es reichte einfach nicht mehr. Wenn Lolli vor Isabel stand, war sie immer glücklicher als vorher, egal …

Porträt von mir

Es war an einem Donnerstag, als ich mich auf den Weg gemacht hatte. Auf den Weg zu meinem ganz persönlichen Abenteuer – oder besser gesagt zu meinem eigenen Horror Trip! Ich hatte mir sechs Wochen freigenommen, um eine Rucksacktour durch ganz Europa zu unternehmen. Meine Reise begann in London. Nach ein paar Tagen und viel Fish and Chips ging es dann rüber nach Frankreich, dann nach Spanien, dann Italien, dann Kroatien und so weiter. Enden sollte der Trip in Berlin. Doch der große Horror begann schon bei einem meiner ersten Stopps. Rumänien! Ich weiß sehr, klischeehaft: das Land der Vampire. …

Glücksmomente

Der Sommer 2016 war der Sommer, in dem das deutsche Frauenfußball- Team Olympia gewann und ich mich zum ersten Mal verliebte.  Ich spürte Flips wütende Blicke in meinem Nacken. Ich wusste, dass sie stinksauer auf mich war und dass sie für mindestens eine Woche nicht mit mir reden würde. Das alles lag nur daran, dass ich durch einen Zufall Papa und diese Petra zusammengebracht hatte. Dies hatte Flips zuerst auch nicht ernst genommen. Sie dachte genau wie ich, dass diese Liebelei nicht sehr lange halten würde. Aber da hatten wir wohl beide falsch gelegen. Die beiden waren jetzt nämlich schon …

Die Flut

Es ist dunkel. Keiner wagt, sich zu bewegen. Ein falscher Schritt und wir werden alle in die schwarze Tiefe stürzen. In diese kalte, schäumende Tiefe, die uns wie schwarze Tinte verschlucken wird und uns nie wieder an die Luft lassen würde. Tränen laufen mir über meine gefrorenen Wangen, ich will einfach nur, dass alles ein Ende hat. Das Schlimme an allem ist, dass wir selbst Schuld an den ganzen Dürren, Stürmen und Fluten haben. Nicht unbedingt wir als einzelne Personen, sondern wir als Menschen. Vielen Menschen ist noch nicht klar, dass wir schon zu weit gegangen sind. Sie verstehen nicht, …

Hilf mir.

Auch wenn mir alle sagen, ich wäre verrückt, halte ich an dem Gedanken fest, dass sie noch dort draußen ist. Auch wenn sie seit Wochen verschwunden ist. Wie fast jeden Tag ging ich in den Wald, nahegelegen an unserem Haus, um nach ihr zu suchen. Die Sonne schien durch die Blätterkrone und der Wind streifte durch die Bäume. Es roch nach Regen und nach den Blumen, die am Wegrand wuchsen. Es war wunderschön, wenn nicht dieses Gefühl von Leere und Verzweiflung, sie nie wiederzusehen, wäre. Ich verlangsamte meine Schritte, weil ich Angst hatte, etwas zu übersehen. Schließlich blieb ich stehen. …

Schritt für Schritt

Es war der Sommer, in dem ich einen tragischen Autounfall hatte und mich zum ersten Mal verliebte. Tragisch – schon allein dieses Wort. Die Ärzte hatten es benutzt, als ich nach meinem Unfall wieder zu mir gekommen war. Ich sah auf diesen Satz und strich ihn direkt wieder durch. Knüllte die dreckige und ekelig aussehende Serviette vom Mittagessen zusammen, denn in dem Moment kam die Krankenschwester – Betty hieß sie übrigens – mit einem Tablett rein, auf dem mein, um ehrlich zu sein, abscheulich aussehendes Abendessen vor sich hin müffelte. Das Essen ist nicht das Einzige, was hier im Krankenhaus …

Olivgrüne Augen

Der Nebel war so dicht, dass ich nicht mal die Bäume des Waldes sah. Ich konnte nur die kleine Holzhütte sehen, vor der ich stand. Sie war meine einzige Chance zu entkommen. Ich rannte an das Fenster und legte meine Hand dagegen. Damit wischte ich die Tropfen von der Scheibe und konnte für einen kurzen Moment klar hindurchgucken. Ich sah die Silhouette eines Mädchens, das etwas in der Hand hielt. Der Gegenstand in ihrer Hand sah einem Messer gefährlich ähnlich. Trotzdem war sie meine einzige Hoffnung. Ob sie mich jetzt umbrachte oder das menschenfressende Ding, was mich erst in diesen …

Die letzten Oktobertage

Warnhinweis: Die folgende Geschichte beinhaltet Gewalt, Mord etc. und kann verstörend wirken. Wir empfehlen die Geschichte ab einem Altern von 16 Jahren. Montag 27/10/1980: London Lambeth Es war ein ganz normaler Montagnachmittag. Cornelia saß mit ihren Eltern im Wohnzimmer. Sie redeten eine Weile, bis ihre Mutter sagte, sie und Cornelias Vater müssten für zwei Tage auf Geschäftsreise. Sie schlug vor, Cornelia könne zu ihrer Freundin Kate für die zwei Tage ziehen, aber Cornelia lehnte ab. Ihre Mutter erklärte Cornelia, dass sie darauf achten sollte, alles abgeschlossen zu halten und niemandem die Tür aufzumachen. Am darauffolgenden Tag verabschiedeten sich Cornelias Eltern …

Die Wärme einer Freundschaft

Ella und Emilie waren, seitdem sie sich zum ersten Mal im Kindergarten begegnet waren, beste Freundinnen. Wenn sie nicht zusammen waren, dann telefonierten sie stundenlang. Wenn sie zusammen waren, waren sie sich immer einig: bei dem, was sie spielen wollten, oder wohin sie gehen wollten. Sie fühlten sich so verbunden, auch wenn sie nicht beieinander waren. Es war immer eine unbeschwerte Freundschaft gewesen. Doch vor zwei Jahren war Emilie an Leukämie erkrankt. Ella machte sich große, schon fast wahnsinnige Sorgen um ihre beste Freundin. Sie fühlte sich so leer wie in einem unendlichen vernebelten Tunnel. Wann immer sie durfte, verbrachte …

Freundschaft ist zerbrechlich

Wenn ich an dieses Jahr zurückdenke, kommt in mir ein Gefühl hoch. Nämlich ein mulmiges Gefühl, das einen rot wie eine reife Erdbeere werden lässt. Aber von Anfang an. Es war ein warmer August. Ich kam gerade von der Schule und ärgerte mich zutiefst. Diese doofe Lena. Sie ist zwar meine beste Freundin, aber an dem Tag hatte sie mich enttäuscht. Ich meine wirklich enttäuscht. So enttäuscht, dass ich nachdachte, dass sie nicht mehr meine Freundin sei. Dabei fing der Tag ganz normal an. Ich aß meine Super-Crunch-Müsliflocken und machte mich fertig. Als ich mit dem Fahrrad an der Schule …